Führungsforschung

In der Rubrik „Führungsforschung“ stellen wir akzentuierend und kommentierend theoretische wie empirische Studien von Belang vor. Uns geht es dabei nie um die Studien allein. Wir möchten die Führungspraktikerinnen und Führungspraktiker aus dem Alltag für eine kurze Zeit entführen und ihnen endlich wieder ermöglichen, über Notwendigkeiten und Entwicklungen in der Führung nachzudenken. Den Blick also endlich auf das eigentlich Wesentliche richten: Erfolge mit und für andere erreichen.

23 Jan., 2026

Intrinsische Motivation – Versteckte Gefahren einer moralischen Überhöhung?

2026-01-23T08:39:34+01:0023. Januar 2026|Schlüsselwörter: , , , , , |

Die Motivationsforschung ist vielgestaltig. Ein Strang kreist um die Frage, WAS eine Person motiviert, eine Aufgabe anzugehen: Ist es ein von außen gesetzter Reiz, dem aus instrumentellen Gründen nachgekommen wird, oder ist es eine von innen kommende Freude, die einen etwas tun lässt, weil man es selbst möchte? Kurz: Liegt eine extrinsische oder intrinsische Motivation vor? Was aber, wenn die intrinsische Motivation moralisiert wird?

12 Jan., 2026

Selbstreflexion, Führungsidentität, Wohlbefinden – Zeitlose Themen

2026-01-12T18:12:32+01:0012. Januar 2026|Schlüsselwörter: , , , , , , , , , , , |

Auch im vergangenen Jahr ist auf Leadership Insiders eine beeindruckende Vielzahl an Beiträgen erschienen. Jeder einzelne hat seinen Platz auf einer der wichtigsten – wissenschaftlich fundierten und sorgfältig kuratierten – Leadership-Plattformen im DACH-Raum verdient. Das bedeutet zugleich, dass diese Beiträge keine Eintagsfliegen sind. Sie verdienen es, immer wieder neu entdeckt und gelesen zu werden. Aus diesem Grund habe ich heute drei Beiträge aus dem Jahr 2025 ausgewählt, die ich erneut besonders hervorheben möchte. Ich hoffe, Sie lassen sich davon inspirieren, die Lektüre unserer Seite fest in Ihre wöchentliche Routine zu integrieren.

9 Dez., 2025

Entrepreneurship – Erfahrungen – Im HSG Alumni Podcast

2025-12-10T10:59:44+01:009. Dezember 2025|Schlüsselwörter: , , |

Start-ups sorgen für Innovationen in der Wirtschaft. In der fünfzigsten Episode des Podcasts der Universität St. Gallen (HSG) zu Gründerinnen und Gründern (Entrepreneurship) tritt Jürgen Weibler erneut auf – und er bringt ein ungewöhnliches Experiment mit. Statt wie viele Gäste allein über das eigene Unternehmen zu sprechen, blickt er zurück auf die vergangenen Folgen und analysiert sie aus einer anderen Perspektive. Er schildert Muster, die diese Gründerinnen und Gründer verbinden, und betrachtet auch sehr genau die Sprache, mit der sie ihre Erfahrungen beschreiben.

11 Nov., 2025

Workaction und Holiwork als Beispiele neuer Arbeits- und Lebensformen – ein Interview

2026-01-24T21:31:13+01:0011. November 2025|Schlüsselwörter: , , , , , , |

Interview von Jürgen Weibler mit Prof. Dr. Wendelin Küpers von der Budapesti Corvinus Egyetem / Corvinus University of Budapest, Institute of Strategy and Management, Department of Organizational Behaviour and Human Resource Development, zu Workation und Holiwork.

14 Okt., 2025

Kosten toxischer Führung

2025-10-14T08:09:28+02:0014. Oktober 2025|Schlüsselwörter: , , |

Toxische Führung beschreibt destruktive und schädigende Verhaltensweisen von Führungskräften – Verhalten, das nicht nur versäumt, positive Wirkung zu entfalten, sondern aktiv Schaden anrichtet. Studien zeigen: Die Folgen reichen von sinkender Motivation über psychische Belastungen bis hin zu messbaren Einbußen für ganze Organisationen. Leadership Insiders ordnet das Phänomen, zeigt empirische Befunde und beleuchtet, welche Kosten toxische Führung tatsächlich verursacht.

22 Sep., 2025

Entscheidungspathologien (Heuristiken) bei CEOs

2025-09-22T23:49:45+02:0022. September 2025|Schlüsselwörter: , , , , |

Wir alle treffen Entscheidungen. Manche gelingen, andere nicht. Besonders problematisch wird es, wenn sogenannte Entscheidungspathologien ins Spiel kommen. Laut der Heuristics-and-Biases-Forschung von Amos Tversky und Daniel Kahneman sowie weiteren Studien treten solche Fehler häufig dann auf, wenn wir nicht rational entscheiden – etwa unter Stress oder weil wir Wahrscheinlichkeiten falsch einschätzen. Stattdessen greifen Menschen auf Heuristiken zurück – einfache Faustregeln oder mentale Abkürzungen, die den Aufwand verringern, aber auch zu systematischen Irrtümern führen können.

2 Sep., 2025

Selbstreflexion in der Führung – Zum Was, Warum und Wie

2026-01-24T21:31:46+01:002. September 2025|Schlüsselwörter: , , , , , |

Unsere derzeitige BANI-Welt (Cascio 2020) – Brittle (brüchig), Anxious (unruhig), Non-linear (nichtlinear), Incomprehensible (unverständlich) – verlangt von Führungskräften einiges ab. Nicht ohne Grund werden im Gegenzug in den letzten Jahren verstärkt Themen wie Resilienz, Achtsamkeit und aufmerksames Zuhören, Entschleunigung, Mental Health, Deep (Focus) Work, Digital Detox, Work-Life-Balance, Digital Literacy und Remote Leadership als mögliche „Heilmittel“ erörtert. Die klassischen Methoden des Zeit- und Selbstmanagements haben in der Führung nicht an Bedeutung verloren, sie umzusetzen ist in unserer durch Dauerablenkung und mediale Überreizung geprägten Gegenwart allerdings noch herausfordernder geworden. Dies alles zu reflektieren und die Bedeutung für einen selbst bewusst zu machen (Selbstreflexion), erscheint dringender denn je.

17 Aug., 2025

Unternehmensethik – Richtig handeln in schwierigen Zeiten

2025-08-17T23:25:00+02:0017. August 2025|Schlüsselwörter: |

Im Januar 2025 wurde Donald Trump als 47. Präsident der USA vereidigt. Schlagartig änderte sich der Ton in den großen Technologiekonzernen: Werte wie Diversität, Inklusion oder Nachhaltigkeit traten in den Hintergrund, während man sich demonstrativ den Forderungen der neuen Regierung anpasste. So verabschiedete sich etwa Mark Zuckerberg per Videobotschaft von bisherigen ethischen Standards zur Plattformregulierung. „Die Festigkeit einer ethischen Überzeugung zeigt sich im Umgang mit Widerständen“, betont Prof. Dr. Jürgen Weibler, Professor für BWL mit Schwerpunkt Personalführung und Organisation an der FernUniversität in Hagen. Gemeinsam mit Dr. Thomas Kuhn, Privatdozent an der Universität St. Gallen, hat er jüngst ein neues Überblickswerk veröffentlicht: Unternehmensethik: Macht, Maßlosigkeit, Moral. Einsichten zum Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesellschaft (Vahlen Verlag). Ein Buch, das wichtige Fragen nach Integrität und Verantwortung in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Umbrüche aufwirft.

2 Aug., 2025

Die ersten 100 Tage in Führung – und kein Plan? Systemisch denken hilft

2026-01-24T21:32:23+01:002. August 2025|Schlüsselwörter: , , , , , , , , |

Es klingt nach einem klaren Auftrag: „Du übernimmst ab sofort die Teamleitung.“ Doch was so einfach klingt, entfaltet oft eine enorme innere Wucht. Plötzlich ändert sich die Perspektive: Aus der Mitte des Teams an die Spitze. Vom Kollegen zur Führungskraft. Von „Wir machen das gemeinsam“ zu „Ich entscheide das jetzt.“ Die ersten 100 Tage in einer Führungsrolle gelten als entscheidend. Viele Organisationen begleiten diesen Übergang mit Einarbeitungsplänen, Zielvereinbarungen, Seminaren oder Mentoring. Das ist wichtig – greift aber oft zu kurz. Denn was in dieser Zeit wirklich geschieht, ist kein rein organisatorischer Wechsel. Es ist ein psychologischer Prozess: ein Identitätswandel. Neue Führungskräfte sind mit einem Spannungsfeld konfrontiert: Sie müssen Erwartungen erfüllen, ohne sie wirklich zu kennen. Sie sollen führen, ohne sich selbst schon sicher zu sein. Sie sollen Beziehungen gestalten, während sich alles neu sortiert. Die Folge: Viele rutschen in alte Verhaltensweisen – perfektionistisch, konfliktscheu, kontrollierend. Andere erstarren, weil sie das Gefühl haben, nicht „die Richtigen“ zu sein. Und wieder andere verheddern sich im Tagesgeschäft, weil sie keine Klarheit über ihre neue Rolle finden. Doch genau hier liegt die Chance.

26 Juni, 2025

Hinterhältigkeit im Führungskontext

2025-07-17T16:29:34+02:0026. Juni 2025|Schlüsselwörter: , , , , |

Hinterhältigkeit bezeichnet eine Verhaltensweise, bei der jemand heimlich, unehrlich oder arglistig agiert, um einem anderen bewusst zu schaden oder sich selbst Vorteile zu verschaffen – ohne dass das Opfer es kommen sieht. Im Führungskontext ist es eine Spielart der Mikropolitik und kennt verschiedene Ausformungen. Wir mögen keine hinterhältigen Personen, weil sie uns potentiell Schaden oder wir Mitleid mit den Opfern haben. Der manifeste Schaden ist das eine, schlimmer ist aber meistens die Unsicherheit, die dadurch im Umgang miteinander erzeugt wird. Kontrolle wird verunmöglicht, Vertrauen ebenso. Leadership Insiders schaut nachfolgend auf Führungskräfte und die „lieben“ Kolleginnen und Kollegen.

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