Führungsforschung

In der Rubrik „Führungsforschung“ stellen wir akzentuierend und kommentierend theoretische wie empirische Studien von Belang vor. Uns geht es dabei nie um die Studien allein. Wir möchten die Führungspraktikerinnen und Führungspraktiker aus dem Alltag für eine kurze Zeit entführen und ihnen endlich wieder ermöglichen, über Notwendigkeiten und Entwicklungen in der Führung nachzudenken. Den Blick also endlich auf das eigentlich Wesentliche richten: Erfolge mit und für andere erreichen.

10 Aug., 2026

Psychologische Sicherheit – Erkenntnisse aus Theorie und Praxis

2026-08-11T15:34:03+02:0010. August 2026|Schlüsselwörter: , , , , , , |

In Organisationen entscheidet sich Erfolg selten allein an Strategie oder Ressourcen, sondern daran, ob Mitarbeitende bereit sind, Fragen zu stellen, Fehler einzugestehen und abweichende Meinungen zu äußern. Ob Menschen dies wagen, hängt von einem Klima ab, das die Organisationspsychologie als psychologische Sicherheit bezeichnet: der geteilten Überzeugung, zwischenmenschliche Risiken eingehen zu können, ohne dafür beschämt, ausgegrenzt oder sanktioniert zu werden. Es gilt als einer der besten Prädiktoren für Lernen, Innovation und Leistungsfähigkeit von Teams. Nachfolgend wird der Begriff der psychologischen Sicherheit, ihre Entstehungsbedingungen sowie ihre Wirkungen kompakt erläutert.

20 Juli, 2026

Wie Führungskräfte Abwehrverhalten durchbrechen und echte Lernkultur schaffen

2026-07-21T07:56:44+02:0020. Juli 2026|Schlüsselwörter: , , , , |

Wenn in Führungsetagen über Innovationsstau, mangelnde Agilität oder das Scheitern von Veränderungsprozessen geklagt wird, bleibt der Blick oft an der Oberfläche haften. Führungskräfte deuten ein Abwehrverhalten wie das Schweigen in Meetings, das subtile Abwiegeln von Verantwortung oder die reflexartige Rechtfertigung bei Fehlern fälschlicherweise als persönliche Charakterschwäche, Trägheit oder mangelnden Leistungswillen der Belegschaft. Diese Sichtweise greift jedoch gesamthaft betrachtet zu kurz, auch wenn sie natürlich in einem konkreten Fall zutreffend sein kann.  Unreflektiert angewandt führt sie hingegen zu wirkungslosen, oft sogar kontraproduktiven Disziplinierungsmaßnahmen.

18 Juni, 2026

Führung und Hierarchie – Reflexionen über eine offene Beziehung

2026-06-18T16:54:02+02:0018. Juni 2026|Schlüsselwörter: , , , , , |

Kaum eine Frage wird in der modernen Führungsforschung so kontrovers diskutiert wie diejenige, ob Führung zwingend an formale Hierarchie gebunden ist. Während traditionelle Organisationsmodelle Führung vor allem als Aufgabe hierarchisch legitimierter Vorgesetzter verstehen, betonen neuere Ansätze zunehmend soziale Einflussprozesse, Selbstorganisation, geteilte Verantwortung und die Möglichkeit, dass Führung auch ohne formale Weisungsbefugnis entstehen kann. Die Diskussion wird zusätzlich dadurch verschärft, dass moderne Organisationen immer stärker auf Wissensarbeit, Projektstrukturen, Netzwerke, agile Arbeitsformen und digitale Kooperation setzen. In solchen Kontexten erscheint die klassische Vorstellung, wonach Führung primär aus einer übergeordneten Position heraus erfolgt, vielfach zu eng. Leadership Insiders reflektiert diesen Zusammenhang.

26 Mai, 2026

Vom Verfassungswert zur Führungspraxis: Menschenwürde als operativer Maßstab

2026-05-26T11:36:22+02:0026. Mai 2026|Schlüsselwörter: , , , , , |

Wie lässt sich der abstrakte Verfassungswert der Menschenwürde in den konkreten Arbeitsalltag von über fünf Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst übersetzen? Eine werteorientierte Führung erlaubt die Transformation eines verfassungsrechtlichen Schutzauftrags in die Führungspraxis. Beispielhaft wird gezeigt, wie die Verwirklichung der Menschenwürde zunächst über die rechtliche Fürsorgepflicht in eine unumstößliche Führungspflicht zur Gesundheitssicherung mündet und sich dann im Rahmen einer mitarbeiterorientierten Führung über das Konzept der psychologischen Sicherheit auf der operativen Arbeitsebene etabliert. So wandelt sich die Menschenwürde von einem theoretischen Leitbild in eine gelebte, unökonomisierbare Alltagspraxis, die als Maßstab für jede zukunftsfähige Organisation dient. Leadership Insiders erläutert Details.

30 Apr., 2026

Die unterschätzte Wirkung von Räumen für Führung

2026-04-30T09:41:31+02:0030. April 2026|Schlüsselwörter: , , , , |

In welchem Raum halten Sie sich gerade auf? Wissen Sie, dass das die Bedeutung dieses Textes für Sie verändern könnte? In welchen Raum verrichten Sie Ihre tägliche Arbeit? Motiviert Sie die Küchenecke, sich aus Ihrem Büro regelmäßig dorthin zu bewegen? Haben Sie jemals den auf einem Schreibtisch eines Großraumbüros wie zufällig vergessenen persönlichen Gegenstand der Kollegin als ein Territorialverhalten interpretiert? Wenn in Unternehmen über bessere Führung gesprochen wird, richtet sich der Blick fast immer auf Menschen. Man diskutiert Kommunikationsstile, Feedbackmethoden, Motivation, Zielsysteme, Konfliktfähigkeit oder Strategie. All das ist wichtig. Dennoch bleibt dabei häufig ein entscheidender Faktor unbeachtet: Führung findet nie im luftleeren Raum statt. Sie geschieht immer in einer konkreten Umgebung – in Büros, Besprechungsräumen, Werkhallen, Fluren, Empfangsbereichen, digitalen Arbeitslandschaften oder im hybriden Wechsel zwischen Zuhause und Unternehmensstandort. Menschen lesen Räume ständig – meist unbewusst. Diese Umgebung ist nicht neutral. Sie wirkt mit. Leadership Insiders zeigt, wie.

11 März, 2026

Meeting-Kultur transformieren und die Kunst der gemeinsamen Lösungsfindung – Ein Gastbeitrag

2026-03-11T09:53:00+01:0011. März 2026|Schlüsselwörter: , , , , , , , |

Manchmal sitzt man in einem Meeting und merkt: Hier redet keiner miteinander, vielmehr reden alle nebeneinander her. Stimmen rauschen wie Verkehrslärm, doch kaum eine erreicht ein gemeinsames Ziel. Wer das letzte Wort hat, gewinnt oftmals. Das bessere Argument bleibt mitunter auf der Strecke. Für Führungskräfte ist das mehr als ein kommunikatives Ärgernis. Es ist ein strukturelles Risiko. Dort, wo Meetings vor allem Arenen der Durchsetzung sind, entstehen mitunter keine guten Entscheidungen, sondern nur schnelle. Entscheidungen werden dann nicht durch Inhalte, sondern durch bloße Gesprächsarchitektur gefällt.

23 Jan., 2026

Intrinsische Motivation – Versteckte Gefahren einer moralischen Überhöhung?

2026-01-23T08:39:34+01:0023. Januar 2026|Schlüsselwörter: , , , , , |

Die Motivationsforschung ist vielgestaltig. Ein Strang kreist um die Frage, WAS eine Person motiviert, eine Aufgabe anzugehen: Ist es ein von außen gesetzter Reiz, dem aus instrumentellen Gründen nachgekommen wird, oder ist es eine von innen kommende Freude, die einen etwas tun lässt, weil man es selbst möchte? Kurz: Liegt eine extrinsische oder intrinsische Motivation vor? Was aber, wenn die intrinsische Motivation moralisiert wird?

12 Jan., 2026

Selbstreflexion, Führungsidentität, Wohlbefinden – Zeitlose Themen

2026-01-12T18:12:32+01:0012. Januar 2026|Schlüsselwörter: , , , , , , , , , , , |

Auch im vergangenen Jahr ist auf Leadership Insiders eine beeindruckende Vielzahl an Beiträgen erschienen. Jeder einzelne hat seinen Platz auf einer der wichtigsten – wissenschaftlich fundierten und sorgfältig kuratierten – Leadership-Plattformen im DACH-Raum verdient. Das bedeutet zugleich, dass diese Beiträge keine Eintagsfliegen sind. Sie verdienen es, immer wieder neu entdeckt und gelesen zu werden. Aus diesem Grund habe ich heute drei Beiträge aus dem Jahr 2025 ausgewählt, die ich erneut besonders hervorheben möchte. Ich hoffe, Sie lassen sich davon inspirieren, die Lektüre unserer Seite fest in Ihre wöchentliche Routine zu integrieren.

9 Dez., 2025

Entrepreneurship – Erfahrungen – Im HSG Alumni Podcast

2025-12-10T10:59:44+01:009. Dezember 2025|Schlüsselwörter: , , |

Start-ups sorgen für Innovationen in der Wirtschaft. In der fünfzigsten Episode des Podcasts der Universität St. Gallen (HSG) zu Gründerinnen und Gründern (Entrepreneurship) tritt Jürgen Weibler erneut auf – und er bringt ein ungewöhnliches Experiment mit. Statt wie viele Gäste allein über das eigene Unternehmen zu sprechen, blickt er zurück auf die vergangenen Folgen und analysiert sie aus einer anderen Perspektive. Er schildert Muster, die diese Gründerinnen und Gründer verbinden, und betrachtet auch sehr genau die Sprache, mit der sie ihre Erfahrungen beschreiben.

11 Nov., 2025

Workaction und Holiwork als Beispiele neuer Arbeits- und Lebensformen – ein Interview

2026-01-24T21:31:13+01:0011. November 2025|Schlüsselwörter: , , , , , , |

Interview von Jürgen Weibler mit Prof. Dr. Wendelin Küpers von der Budapesti Corvinus Egyetem / Corvinus University of Budapest, Institute of Strategy and Management, Department of Organizational Behaviour and Human Resource Development, zu Workation und Holiwork.

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