In der Rubrik „Führungsforschung“ stellen wir akzentuierend und kommentierend theoretische wie empirische Studien von Belang vor. Uns geht es dabei nie um die Studien allein. Wir möchten die Führungspraktikerinnen und Führungspraktiker aus dem Alltag für eine kurze Zeit entführen und ihnen endlich wieder ermöglichen, über Notwendigkeiten und Entwicklungen in der Führung nachzudenken. Den Blick also endlich auf das eigentlich Wesentliche richten: Erfolge mit und für andere erreichen.
Psychologische Sicherheit – Erkenntnisse aus Theorie und Praxis
In Organisationen entscheidet sich Erfolg selten allein an Strategie oder Ressourcen, sondern daran, ob Mitarbeitende bereit sind, Fragen zu stellen, Fehler einzugestehen und abweichende Meinungen zu äußern. Ob Menschen dies wagen, hängt von einem Klima ab, das die Organisationspsychologie als psychologische Sicherheit bezeichnet: der geteilten Überzeugung, zwischenmenschliche Risiken eingehen zu können, ohne dafür beschämt, ausgegrenzt oder sanktioniert zu werden. Es gilt als einer der besten Prädiktoren für Lernen, Innovation und Leistungsfähigkeit von Teams. Nachfolgend wird der Begriff der psychologischen Sicherheit, ihre Entstehungsbedingungen sowie ihre Wirkungen kompakt erläutert.